#expose3 Künstler
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Kunsthistoriker M.A.
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Da unser Denken verallgemeinert, vereinfacht oder Wesentliches zu erkennen ständig bemüht ist, filtert es Vorgänge und Infos. Unbewusst schafft es das wichtigste Organ, enorme Denkprozesse zu bewältigen. Was von der erkennbaren Welt übrigbleibt, ist das Endresultat. Das Bewusstsein übernimmt die Führung. Es versteht in Bruchteilen von Sekunden komplexe Zusammenhänge und liefert allzeit entsprechende Lösung. Davon abhängig ist auch das Überleben unserer Vorfahren gewesen. Beim Suchen oder Jagen haben sie ein Ziel, beim Gehen stürzen sie nicht und heute bleiben wir beim Autofahren in der Spur. Unser Denkorgan steuert alle lebenswichtigen Körperfunktionen und ermöglicht Planen, Sprechen, die Entscheidungsfindung, die Abstimmung vieler verschiedener Bewegungen sowie Wahrnehmung und Reaktion auf Sinneseindrücke – „Alles gleichzeitig“. Es beeinflusst unsere bestimmte Vorstellung von der Welt, die geplant, improvisiert oder durch Wetter unbestimmt verursacht sein kann.

Die Unbestimmtheit ist eine unvermeidbare Wirkung der Natur von Materie. Diesen unberechenbaren Zufall führt der deutsche Physiker Werner Karl Heisenberg (1901-1976) 1927 in die Physik ein.6

„Das Wesentliche an der Erfindung tut der Zufall, aber den meisten Menschen begegnet dieser Zufall nicht. Was er Zufall nennt, ist in Wahrheit der Einfall, und der begegnet jedem, der sich für ihn wach und bereithält.“ (Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), dt. Philosoph)

Vor rund 5 Millionen Jahren entsteht das menschenspezifische Gen, das zum modernen Menschen führt7. Viele Zwischenstufen führen zum heutigen Menschen.

Peter Sloterdijk ist der Meinung, dass das Schicksal nicht von Gott, sondern vom Zufall käme und der Mensch darauf keinen Einfluss habe. Wenn dem so wäre, dann seien Menschen der Gleichgültigkeit des Zufalls und des Universums ausgeliefert.8

Die Schamanen und Autoren der Bibel und Stifter anderer Religionen waren sich dessen bewusst und schufen wohl den Glauben an etwas höher Stehendes als der Mensch, damit er einen Lebenssinn hat.

„Die Idee des Zufalls ist evolutionär sehr jung und bei Naturvölkern auch heute noch nicht zu finden: Alle Ereignisse und Erscheinungen besitzen für sie Bedeutung, allen werden – als wichtiger Faktor der Religionsentstehung – Verursacher wie Götter, Geister und Dämonen zugeschrieben. Die Wahrnehmung von Zufall bedingt eine Grundfähigkeit zur Wahrscheinlichkeitseinschätzung, wobei die Entdeckung des Zufalls eine größere Menschenzahl erfordert, die bei Frühmenschen, die in kleinen Gruppen auf großen Flächen lebten, noch nicht vorhanden war“.5

"Spiel ist die höchste Form der Forschung!" (Albert Einstein) Der Zufall wäre das unerwartet treffende Puzzlestück im Ergebnis.

Bereits Babys „erforschen“ vergnügt ihre kleine Welt. In der Kurzweil mit ihren Spielsachen lernen sie, mit dem Zufall verspielt umzugehen.

„In der abendländischen Kunsttheorie war es aber insbesondere Leonardo, der mit seinem seit 1650 mehrfach gedruckten Traktat über die Malerei den Zufall als malerische Methode hoffähig machte“.9




6https://de.wikipedia.org/wiki/Heisenbergsche_Unsch%C3%A4rferelation,
17.09.21, 10:05 Uhr
7https://www.theomag.de/110/wv039.html,12.06.21,18:28Uhr
8https://www.wissenbloggt.de/2017/01/04/rezension-der-zufall-das-
universum-und-du-von-florian-aigner/, 17.09.2021, 10:46 Uhr
9https://d-nb.info/1204261288/34, 18.09.21, 16:50 Uhr

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